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Wie unsere Testfahrten zeigen, verfügt das Fahrwerk selbst mit der 143 PS starken Kawasaki ZX-9R über einige Reserven und wartet dabei mit sicherem und
kalkulierbarem Fahrverhalten auf. In der gefahrenen Nachlaufeinstellung lässt sich das Gespann ohne großen Kraftaufwand lenken und wirkt dabei nicht nervös.
Da sich die Lenkgeometrie verstellen lässt, kann man das Trisis je nach persönlichem Geschmack auf mehr
Lenkagilität oder auf stoischeren Geradauslauf trimmen. Zu
Prinzipiell will die Fliehkraft Motorrad samt Fahrer in Kurven nach außen kippen. Solisten begegnen dieser Zentrifugalkraft mit entsprechender Schräglage. Da dies beim Gespann nicht möglich ist, will die Fliehkraft in Rechtskurven den Seitenwagen hochheben. In
Linkskurven stützt sich die Zugmaschine dagegen auf dem dritten Rad ab. Bei links montierten Booten verhält sich die Sache logischerweise umgekehrt.
Bedenken ist dabei aber, dass ein kürzerer Nachlaufwert für noch mehr Kurvenwilligkeit das Eigenlenkverhalten verstärkt und die an sich geringe Empfindlichkeit des vorderen Avon ZV3
auf Spurrinnen betont. Insofern ist die werksseitige Grundeinstellung für den "Hausgebrauch" gewiss die beste Wahl. Überhaupt hat Schmidt mit
seinem Trisis weniger die Heizer als die Alltags- und Tourenfahrer im Visier. So ist die starkprogressiv ausgelegte Federung durchaus komfortabel, auch wenn sie selbst auf schnellen Autobahn-Etappen nicht unterdämpft wirkt.
Die serienmäßige Bremsanlage mit einer innenbelüfteten 260er Scheibe und Einkolben-Schwimmsattel vorne sowie hydraulisch gekoppelter Trommel am Bootsrad entspricht ebenfalls diesem Ziel. Da
diese aus dem Autobereich stammend und damit für wesentlich höhere Belastungen ausgelegt, kann man von ihr standesgemäße Verzögerung bei hoher Standfestigkeit erwarten. Um die Räder zu überbremsen, muss man allerdings
ordentlich am Hebel ziehen. Sportliche Fahrer werden sich deshalb giftigere Stopper wünschen - alles
eine Frage des Preises.
Mit beachtlichen 1,84 Meter Radstand läuft das Trisis erwartungsgemäß sauber geradeaus. In Rechtskurven hebt die Fliehkraft das Bei
wagenrad nur vom Asphalt, wenn man es ernsthaft darauf anlegt. Fährt man dagegen Linkskurven scharf an, möchte das Vorderrad nach außen wegschmieren. Doch insgesamt sind die Grenzbereiche weit gesteckt und kündigen sich früh genug an.
Beim Roke handelt es sich um eine sportliche Ausführung des Hedingham Magnum. Der mit 78 Zentimeter nutzbarer Sitzbreite und rund 380 Liter Gepäckrauminhaltgeräumige Zweisitzer unterscheidet sich vom Familientourer vorrangig durch eine flachere
Windschutzscheibe und einen dynamischer
geformten Kotflügel. Trotz des flachen Windschilds sitzt man weitgehend vor Zugluft geschützt. Zum bequemen Ein- und Aussteigen lässt sich die Scheibe samt Rahmen nach vorne klappen.
Bleibt zu bemerken, dass die von der Gespannszene bislang unbeachtete ZX-9R ein attraktives Zugmotorrad abgibt. Der Motor geht in
allen Drehzahlbereichen temperamentvoll zur Sache, läuft geschmeidig und ist mit knapp neun Litern Verbrauch bei flottem Fahrstil nicht zu durstig. Falls 143 PS nicht reichen, aber Kawasaki auf dem Tank stehen soll, empfehlen wir die noch potentere ZX-l2R. Das Trisis-Fahrwerk lässt Wünsche nach mehr Leistung dabei unbeeindruckt.
AxeI Koenigsbeck
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